Kapitel 4. Netzwerk-Einrichtung

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Samba-Konfiguration für den Zugriff von Windows 98 auf den Linux-Server
Samba-Konfiguration für einen Zugriff von Linux auf Windows-Dateien und -Verzeichnisse

Samba-Konfiguration für den Zugriff von Windows 98 auf den Linux-Server

Als gute Grundlage kann ich nur die Webseite von David Lechnyr: The Unofficial Samba HOWTO empfehlen. Darüberhinaus wird man auch die Man-Pages von Samba lesen müssen.

Für sämtliche folgenden Schritte loggen wir uns als root ein.

Wir benötigen natürlich das Samba-Paket, und installieren es entweder mit dem Paketmanager Ihrer Distribution. In diesem Paket ist auch Swat enthalten, ein Konfigurationsprogramm, das über den Browser aufzurufen ist. Ich fand es eher verwirrend und habe mich an die obige Webseite gehalten.

Mit der Installation über Kpackage, Synaptic oder dem Mandrake Software Manager haben wir bereits das fertig kompilierte Programm vorliegen, sodass wir den Abschnitt Kompilierung im Samba-HOWTO überspringen können. Sie sollten als Linux-Samba-Server eine Version größer oder gleich 3.0.25b einsetzen, auf Linux-Samba-Clients muss ein cifs-Kernelmodul größer oder gleich 1.45 vorhanden sein, da in den Vorversionen Locking-Probleme insbesondere bei Clipper-Programmen auftraten.

Die Datei /etc/services enthält bereits die notwendigen Einträge:

netbios-ns      137/udp     #NETBIOS Name Service
netbios-dgm     138/udp     #NETBIOS Datagram Service
netbios-ssn     139/tcp     #NETBIOS Session Service
microsoft-ds    445/udp     #Direct-Hosted Service
microsoft-ds    445/tcp     #Direct-Hosted Service

Die smb.conf-Datei befindet sich anders als im Samba-HOWTO angegeben im Verzeichnis /etc/samba. Für einen Test kopieren wir die bereits vorhandene Datei smb.conf nach smb.conf.bak.

Die smb.conf verändern wir wie folgt:

[global]
   netbiosname    = Anmeldung
   workgroup      = PRAXIS
   log level      = 2
   log file       = /var/log/samba.log
   lock directory = /var/lock/samba
   security       = share

[homes]
   path        = /home/praxis
   browseable  = yes
   guest ok    = yes
   read only   = no

Wir müssen für Samba den User anlegen, mit dem Sie sich am Linux-System einloggen wollen, z.B. der User praxis. In der Datei /etc/samba/smbusers fügen wir eine Zeile ein:

user = praxis

Das Passwort für den User praxis legen wir mit smbpasswd an:

smbpasswd -a praxis

Es wird jetzt zweimal nach dem Passwort gefragt. Als User nehmen wir praxis, da wir DOSemu im Homeverzeichnis des Users praxis eingerichtet haben. Der User unter Samba muss als User unter Linux bekannt sein. Das Samba-Passwort kann, muss aber nicht identisch mit dem Linux-Passwort sein.

Jetzt müssen die Dämondienste smbd und nmbd gestartet werden, entweder über das Kontrollcenter Ihrer Distribution, oder bei Debian als:

/etc/init.d/samba start

Anschließend kontrollieren Sie mit

ps -aux

ob beide Dämondienste laufen, und sehen in der Datei /var/log/samba.log nach, ob entsprechende Eintragungen vorhanden sind. Die Netzwerkkarte muss dafür natürlich erkannt sein und laufen.

Die Konfiguraionsdatei /etc/samba/smb.conf kann mit testparm auf Fehler kontrolliert werden.

Wenn es bis hierher geklappt hat, geht man zum Windows-Rechner. Der Windows-Rechner hat beim Systemstart nach der Netzwerkanmeldung gefragt. Meistens wird dabei der Name, der bei der Installation eingegeben wurde, angezeigt. Wir hatten dies bisher mit Return einfach nur bestätigt. Wie immer wir uns vorher angemeldet haben, wir müssen uns jetzt über Start,   ["bisheriger Netzwerkname"] abmelden ausloggen und uns als praxis anmelden. Die Passwort-Abfrage können Sie mit Return bestätigen. Es wird jetzt wieder der gewohnte Desktop geladen.

Beim Doppelklick auf Netzwerkumgebung sollte jetzt Gesamtes Netzwerk erscheinen und darunter die Computer Schreibcomputer und Anmeldung. Man muss eventuell etwas Geduld aufbringen, da Windows die Netzwerkumgebung manchmal erst nach einer Viertelstunde aktualisiert. Falls es so nicht dargestellt wird, kann man im DOS-Fenster eingeben:

net view

oder auch

net view \\[IP-Adresse des Linux-Samba-Servers]

Damit sollte die Netzwerkumgebung augenblicklich aktualisiert werden.

Falls das nicht klappt, kontrollieren Sie mit:

ping [IP-Adresse des Linux-Samba-Servers]

ob die Netzwerkverbindung funktioniert.

Beim Doppelklick auf Anmeldung sollte man das Verzeichnis /home/praxis sehen können und nach Doppelklick darauf ins Verzeichnis /home/praxis/dosemu usw. gehen können. Wichtig: man sollte sich merken, wie die Verzeichnisse genannt werden, z.B. \\Anmeldung\praxis\dosemu\win98\a.

Falls Sie jetzt das DOS-Programm aufrufen wollen, bekommen Sie wahrscheinlich eine Fehlermeldung, dass die Dateien im Netzwerk gesperrt sind. Sie können mit dieser Samba-Einstellung noch keine Dateien verändern. Hierfür verändern wir die Samba-Konfigurationsdatei /etc/samba/samba.conf folgendermaßen:

[global]
   netbiosname    = Anmeldung
   workgroup      = PRAXIS
   log level      = 2
   log file       = /var/log/samba.log
   lock directory = /var/lock/samba
   encrypt passwords = yes
   security       = users
   share modes    = yes

[homes]
   comment     = Home-Verzeichnis
   browseable  = no
   read only   = no
   create mode = 0750
   hide unreadable = yes

Sie müssen wieder den Samba-Dämon - wie oben beschrieben - neu starten, eventuell auch den Windows-Rechner. Am Windows-Rechner wieder die Netzwerkumgebung aufrufen und auf Anmeldung doppelklicken. Es wird jetzt nach dem Passwort gefragt. Sie geben das Samba-Passwort des Users "praxis" ein. Danach gelangen Sie in das Home-Verzeichnis /home/praxis und können auch im Verzeichnis /home/praxis/dosemu/win98/a das Progarmm mit aufrufen.

Jetzt steht die Verbindung. Um das Ganze etwas gefälliger zu gestalten, stellen wir für das Programm eine Netzwerkverbindung her: zurück zum Desktop, mit der rechten Maustaste auf Netzwerkumgebung klicken, im Kontextmenü auf Netzlaufwerk verbinden klicken. Es wird eine Laufwerkbezeichnis angeboten: je nach freiem Laufwerkbuchstaben wird z.B. F:\ angeboten. In die zweite Zeile geben Sie ein: \\Anmeldung\praxis\dosemu\win98\a.

Im Kästchen Verbindung beim Start wiederherstellen setzen wir ein Häkchen, wenn in Zukunft diese Verbindung automatisch hergestellt werden soll. Mit OK bestätigen.

Wir können nun ein Icon auf dem Desktop anlegen und das Programm mit F:\[Programm-Aufruf] aufrufen.

Um Samba auf dem Linux-Rechner direkt beim Booten laufen zu lassen, muss das Script /etc/init.d/samba bei der Systeminitialisierung gestartet werden, entweder über das Kontrollcenter Ihrer Distribution oder einen Link von /etc/rc5.d/S80smb nach /etc/init.d/samba legen (network und netfs müssen vorher gestartet sein).

Die /etc/samba/smb.conf-Datei läßt sich noch erheblich verändern. Mit dem Programm testparm wird die Datei auf Richtigkeit geprüft und alle möglichen Einstellungen aufgelistet. Meine smb.conf sieht zur Zeit so aus:

; /etc/smb.conf
;
; Achtung: Der Server muss nach Durchführen der Änderungen
;          in dieser Datei zunächst gestoppt und dann
;          erneut gestartet werden:
;           /etc/rc.d/init.d/smb stop
;           /etc/rc.d/init.d/smb start

[global]
   netbiosname    = Anmeldung
   workgroup      = PRAXIS
   log level      = 2
   log file       = /var/log/samba.log
   lock directory = /var/lock/samba
   encrypt passwords = yes
   security       = users
   share modes    = yes
   oplocks        = False
   level2oplocks  = False

[homes]
   comment     = Home-Verzeichnis
   browseable  = no
   read only   = no
   create mode = 0750